
Emotionsfokussierte Psychotherapie
Emotionen als Kompass Ihrer Bedürfnisse
"Emotionen sind nicht das Problem, sie sind die Lösung."
Leslie Greenberg - Kanadischer Psychologe und Psychotherapeut


Was ist EFT?
Die "Emotionsfokussierte Psychotherapie" (EFT) nach Leslie Greenberg ist ein erlebniszentrierter und prozessbasierter Ansatz, der Ihren Emotionen eine zentrale Bedeutung bei der persönlichen Entwicklung zuspricht.
Emotionen werden hier nicht als Beiwerk des Lebens betrachtet, sondern stellen einen besonderen Zugang zu Ihrer Psyche, Ihren Bedürfnissen und Lebensplänen dar. Aversive Gefühlszustände werden in dieser Therapieform nicht als inadäquate Symptome verstanden, sondern als wertvolle Informationsquelle.
Die EFT geht davon aus, dass alle Emotionen adaptive Handlungstendenzen enthalten. Psychisches Leiden resultiert nach diesem Ansatz dann, wenn sich aus natürlichen emotionalen Reaktionen rigide Muster, sogenannte Schemata, entwickeln. Dadurch wird Ihr Erleben und Handeln stark eingeschränkt und Sie verlieren Ihr Potenzial, flexibel auf Herausforderungen reagieren zu können.
Was steht im Fokus?
Da Ihre Emotionen maßgeblichen Einfluss auf Ihr Handeln und alltägliche Entscheidungen haben, setzt die EFT daran an, hinderliche emotionale Schemata aufzuarbeiten und die natürliche Adaptivität der Gefühle wiederherzustellen.
Die EFT unterscheidet hierbei zwischen verschiedenen Stufen emotionaler Prozesse, sogenannten primären, sekundären und tertiären Emotionen. Das bedeutet, dass Emotionen selten isoliert auftreten, sondern häufig eine Reaktion auf andere Gefühlszustände darstellen.
Insbesondere sehr intensive und belastende Emotionen (z.B. Wut, Scham, Furcht) stellen nach dem Verständnis der EFT meist Folgereaktionen auf tiefer verwurzelte, oft unbewusst ablaufende, Prozesse dar. Diese Prozesse werden in der Therapie eingehend bearbeitet, sodass Sie Ihre emotionalen Reaktionen besser verstehen und letztlich auch ändern können.


"Emotionen sind nicht das Problem, sie sind die Lösung."
Leslie Greenberg - Kanadischer Psychologe und Psychotherapeut
"Das Glück liegt nicht darin, das Fehlende zu finden, sondern darin, das Vorhandene zu erkennen."
Tara Brach - Psychologin und Meditationslehrerin


Wie funktioniert EFT?
Ziel einer Therapie nach EFT ist es, die komplexen emotionalen Prozesse hinter belastenden Gefühlszuständen aufzuarbeiten und eine Neubewertung der Reaktionen zu bewirken. Dadurch können gänzlich neue emotionale Facetten zugänglich gemacht werden.
Anstatt z.B. Angst besiegen zu wollen, werden Sie lernen, der Angst mit Mitgefühl zu begegnen und zu realisieren, dass Sie nicht mehr dagegen ankämpfen müssen. Stattdessen erkennen Sie, dass Sie evtl. eine weit zurückreichende seelische Verletzung (z.B. Verlust eines Angehörigen) noch mehr verarbeiten und akzeptieren müssen, um die Angst im Hier und Jetzt in Lebensfreude zu transformieren.
Die EFT geht davon aus, dass rigide, aversive emotionale Prozesse meist eine nachgeschaltete Folgereaktion auf andere Emotionen darstellen und diese ursächlichen Reaktionen der eigentliche Ansatzpunkt für eine Psychotherapie sind.

Wie funktioniert die Transformation?
Durch bewusstes Erleben der belastenden Gefühlszustände (z.B. durch Imaginationsübungen, Rollenspiele, Stuhldialoge) kann eine konstruktive Bearbeitung dieser Schemata erreicht werden.
Im ersten Schritt geht es erst einmal darum, aus der Vermeidungshaltung, die oft mit intensiven aversiven Emotionen verbunden ist, herauszukommen. Die bewusste Zuwendung in einem geschützten Therapieraum hilft Ihnen dabei, die Akzeptanz für diese Zustände zu verbessern.
Im nächsten Schritt lernen Sie dann, diesen belastenden Gefühlen eine neue Bedeutung beizumessen und eine neue Haltung zu diesen einzunehmen. Sie lernen im Prinzip, Ihre Emotionen durch eine neue Brille zu erleben. In Zukunft werden Sie dann immer flexibler und zielgerichteter von dieser neuen Brille Gebrauch machen können.

Wie genau kann ich mir das vorstellen?
Damit Sie sich die obigen Erläuterungen besser vorstellen können, finden Sie hier eine informative Fallgeschichte aus meiner Praxis.
Andreas kam mit ersichtlichen Schwierigkeiten im Umgang mit Ärger zu mir in die Praxis. Er reagierte zu Hause im Kontakt mit seiner Frau schnell gereizt und vorwurfsvoll und konnte einfach nicht verstehen, warum er sich so schnell provozieren ließ. Während der Behandlung mit mir kristallisierte sich dann heraus, dass hinter seinem Ärger oft ein tiefes Gefühl von Traurigkeit verborgen lag, da er sich oft nicht ausreichend gesehen fühlte.
Ich unterstützte Andreas im weiteren Verlauf der Therapie dabei, diese Traurigkeit eingehend zu verstehen und einen anderen Umgang mit ihr zu erlernen. Innerhalb einiger Monate schaffte er es, mehr Mitgefühl für sich zu entwickeln, seine Bedürfnisse gegenüber seiner Frau klarer zu kommunizieren und die Traurigkeit aus einem anderen Blickwinkel zu erleben. Dadurch ließen die Konfliktmomente in der Beziehung spürbar nach und Andreas fühlte sich selbstwirksamer und zufriedener.